n8n vs. Zapier vs. Make: Welches Tool passt zu dir?
n8n, Zapier oder Make? Preise, Datenschutz, Lernkurve und Use Cases im direkten Vergleich – mit konkreten EUR-Zahlen für Selbstständige im DACH-Raum.

Du willst Abläufe automatisieren, weißt aber nicht womit anfangen. n8n, Zapier und Make dominieren den Markt – und alle drei versprechen dasselbe. Der entscheidende Unterschied liegt im Abrechnungsmodell. Ein 5-Schritt-Workflow der täglich 100 Mal läuft verbraucht bei n8n 3.000 Einheiten pro Monat. Bei Zapier und Make: 15.000. Das ist kein kleiner Unterschied – das ist fünfmal so teuer für exakt dieselbe Automatisierung. Ich nutze alle drei Tools professionell und zeige dir was hinter den Zahlen steckt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Zapier ist am einfachsten zu starten, wird aber bei wachsenden Workflows schnell teuer
- Make bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in der Cloud – mit EU-Datenresidenz
- n8n ist die günstigste und flexibelste Option für Selbstständige die technisch denken
- Nur n8n lässt sich kostenlos selbst hosten – deine Daten bleiben auf deinem Server
- Alle drei haben einen kostenlosen Einstieg, aber die Limits sind sehr unterschiedlich
Was kostet dich welches Tool wirklich?
Das Billing-Modell entscheidet mehr als der Listenpreis. Zapier und Make verrechnen jeden einzelnen Schritt in einem Workflow — n8n zählt den gesamten Durchlauf als eine einzige Ausführung, egal wie viele Schritte darin stecken.
| Plan | n8n Cloud | Make.com | Zapier |
|---|---|---|---|
| Kostenlos | Self-Hosted: unbegrenzt | 1.000 Credits/Monat | 100 Tasks/Monat |
| Einstieg | €20/Monat – 2.500 Exec. | ~€9/Monat – 10.000 Credits | ~€19/Monat – 750 Tasks |
| Mittel | €50/Monat – 10.000 Exec. | ~€16/Monat – 10.000 Credits | ~€50/Monat – 2.000 Tasks |
| Billing-Einheit | Pro Workflow-Durchlauf | Pro Modul-Aktion | Pro Schritt |
Quellen: n8n.io/pricing, make.com/en/pricing, zapier.com/pricing — Stand Juni 2026. Zapier in USD, Wechselkurs ca. 1:1.
Das Kostenbeispiel das alles erklärt
Angenommen du hast einen Workflow mit 5 Schritten der täglich 100 Mal läuft:
| Tool | Einheiten/Monat | Kosten (nächster Plan) |
|---|---|---|
| n8n | 3.000 Executions | €20 (Starter reicht) |
| Make | 15.000 Credits | ~€16–29 (Pro/Teams) |
| Zapier | 15.000 Tasks | ~€130+ (Professional skaliert) |
Zapier wird bei wachsendem Volumen mit Abstand teuersten. n8n und Make liegen nahe beieinander – aber n8n bleibt nach oben hin günstiger, weil komplexere Workflows die Execution-Zahl nicht erhöhen.
Wie viele Integrationen bieten die drei Tools?
| Tool | Offizielle Integrationen | Besonderheit |
|---|---|---|
| Zapier | 9.000+ Apps | Größte App-Bibliothek, auch Nischen-SaaS |
| Make | 3.000+ Apps | Stärker in EU-Tools, gute visuelle Builder |
| n8n | 400+ Nodes + 600+ Community | HTTP-Request-Node für jede REST-API |
Zapier gewinnt beim schieren Umfang — 9.000 Apps gegen 400 klingt eindeutig. In der Praxis ist das weniger relevant als es scheint. Mit n8ns HTTP-Request-Node lässt sich jede API ansprechen, auch ohne dedizierten Node. Für 95 % der Tools die Selbstständige nutzen — Gmail, Notion, Stripe, HubSpot, Slack, Google Sheets — haben alle drei vollwertige Integrationen.
Wie schneidet jedes Tool beim Datenschutz ab?
Für Österreicher und Deutsche ist das kein optionaler Punkt. Der Meta Pixel Fall von 2023 hat gezeigt: US-Serverübertragungen sind ein echtes rechtliches Risiko.
| Tool | Selbst hosten | EU-Server | Standard-Serverstandort |
|---|---|---|---|
| n8n Self-Hosted | Ja, kostenlos | Vollständig selbst kontrolliert | Dein eigener Server |
| n8n Cloud | Nein | Ja (Azure Frankfurt) | Deutschland |
| Make | Nein | Wählbar (eu1.make.com) | Tschechien oder USA |
| Zapier | Nein | Nur Enterprise | USA (AWS) |
Quelle: virtua.cloud/learn, Herstellerseiten — Stand Juni 2026
Zapier ist hier klar das schwächste Angebot. EU-Datenresidenz gibt es nur auf dem Enterprise-Plan — für einen Selbstständigen nicht realistisch. Make bietet EU-Server ohne Aufpreis wenn du dich bei eu1.make.com registrierst. n8n Cloud läuft auf Azure Frankfurt — vollständig EU-konform ohne Mehrkosten. n8n Self-Hosted ist die einzige Option bei der die Daten nie das eigene Netzwerk verlassen.
Wie steil ist die Lernkurve bei jedem Tool?
Das ist der Bereich wo Zapier klar vorne liegt — und trotzdem kein Dealbreaker ist.
Zapier: Linearer Wizard, klare Schritt-für-Schritt-Führung. Du verbindest Trigger und Aktion in wenigen Minuten. Kein technisches Vorwissen nötig. Ideal wenn du ein bis zwei einfache Automationen brauchst und nie tiefer einsteigen willst.
Make: Visuelles Canvas-Interface. Workflows sehen aus wie Flussdiagramme — du siehst auf einen Blick was passiert. Etwas steiler als Zapier, aber deutlich flexibler bei verzweigter Logik. Wer visuell denkt, kommt schnell rein.
n8n: Der steilste Einstieg der drei. Du baust mit Nodes, verbindest Datenfelder manuell und musst manchmal verstehen wie JSON-Objekte funktionieren. Laut Erfahrungen aus der Community dauert es etwa 2 Stunden bis zum ersten funktionierenden Workflow. Wer technisch denkt oder mein Einsteiger-Tutorial folgt, überwindet die Hürde schnell — und hat danach deutlich mehr Möglichkeiten als mit Zapier.
Ein Tipp aus der Praxis: Fang mit dem n8n-Einsteiger-Guide an. Der erste Workflow dauert 30 Minuten, nicht 2 Stunden.
Für wen ist welches Tool geeignet?
Zapier — richtig für dich wenn:
- Du sofort starten willst ohne jede technische Einarbeitung
- Du max. 2–3 einfache Automationen brauchst die selten laufen
- Du mit vielen Nischen-SaaS-Tools arbeitest die n8n noch nicht als Node hat
- Kosten spielen keine große Rolle weil das Volumen gering bleibt
Make — richtig für dich wenn:
- Du komplexere, verzweigte Workflows visuell aufbauen willst
- Du EU-Datenschutz ohne eigenen Server brauchst
- Du ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis in der Cloud suchst
- Du kein Self-Hosting möchtest aber Zapier zu teuer ist
n8n — richtig für dich wenn:
- Du Automationen baust die wachsen sollen — das Billing belohnt Komplexität statt zu bestrafen
- DSGVO und Datenkontrolle Priorität haben
- Du technisch denkst oder bereit bist 2 Stunden in den Einstieg zu investieren
- Du KI-Agenten und LLM-Workflows bauen willst — n8n ist hier am stärksten
- Du langfristig Kosten minimieren willst — Self-Hosting für ~€15/Monat (nur Server)
Mein Fazit als n8n-Experte
Ich nutze alle drei Tools. Für Kunden die einfach und schnell starten wollen empfehle ich manchmal Zapier für die ersten zwei Automationen. Aber sobald jemand ernsthaft skalieren will — mehr Workflows, mehr Schritte, mehr Volumen — ist n8n die richtige Wahl. Die Kostenstruktur ist fairer, die Datenschutz-Story stärker, und die Flexibilität schlägt alles was Zapier und Make bieten.
Make ist ein echter Mittelweg: günstiger als Zapier, einfacher als n8n, EU-konform ohne Extra-Aufwand. Für Teams ohne technische Ressourcen ist das oft die beste Option.
Die Entscheidung läuft letztlich auf eine Frage hinaus: Wie weit willst du automatisieren? Wer bei 2–3 einfachen Zaps bleibt, ist mit Zapier gut bedient. Wer Automationen zum Kern seines Business macht — und damit Zeit und Geld sparen will — kommt an n8n langfristig nicht vorbei.
Häufige Fragen zu n8n, Zapier und Make
Kann ich zwischen den Tools wechseln? n8n erlaubt den Export aller Workflows als JSON. Make und Zapier haben proprietäre Formate — ein Wechsel bedeutet Neuaufbau. Das ist ein weiterer Punkt für n8n: kein Vendor-Lock-in.
Welches Tool hat den besten Kundensupport? Zapier hat den professionellsten Support mit Live-Chat ab dem Professional-Plan. Make hat soliden E-Mail-Support. n8n hat die aktivste Community (80.000 Discord-Mitglieder) und sehr gute Dokumentation — bezahlter Support gibt es ab dem Business-Plan.
Funktioniert n8n auch ohne technisches Vorwissen? Mit der n8n Cloud-Version und dem visuellen Editor: ja, für Basis-Workflows. Self-Hosting erfordert Linux-Grundkenntnisse. Mein Einsteiger-Guide führt dich durch die ersten Schritte.
Gibt es für n8n wirklich alles was Zapier hat? Für die gängigen Tools ja. Für sehr spezifische Nischen-SaaS kann es sein, dass Zapier einen fertigen Connector hat den n8n noch nicht als offiziellen Node anbietet. Dann hilft n8ns HTTP-Request-Node weiter — der spricht jede REST-API an, erfordert aber etwas mehr Einarbeitung.
Welches Tool empfiehlst du für österreichische Unternehmen? Für maximale DSGVO-Sicherheit: n8n Self-Hosted auf einem EU-Server. Für den Cloud-Einstieg ohne technischen Aufwand: n8n Cloud (Azure Frankfurt) oder Make (eu1.make.com). Zapier würde ich österreichischen Unternehmern ohne Enterprise-Budget nicht für datenschutzkritische Workflows empfehlen.
Quellen
- n8n.io: Plans and Pricing – abgerufen 2026-06-29
- Make.com: Pricing – abgerufen 2026-06-29
- Zapier: Pricing – abgerufen 2026-06-29
- Virtua Cloud: n8n vs. Zapier vs. Make – Cost & Privacy – abgerufen 2026-06-29
- Contabo: n8n vs. Zapier vs. Make – In-Depth Comparison – abgerufen 2026-06-29
- Flowlyn: n8n User Count Statistics – abgerufen 2026-06-29
- Sacra: n8n Revenue & Valuation – abgerufen 2026-06-29
- Zapier: GDPR Data Privacy – abgerufen 2026-06-29
Über den Autor
Ich bin Chris Schweigler, Automatisierungsexperte aus Österreich und n8n-Spezialist. Ich entwickle Workflows und Automatisierungssysteme für selbstständige Onlineunternehmer – mit allen drei Tools aus diesem Artikel. Fragen zur Tool-Auswahl für dein Business? Schreib mir.
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